Hotel de Rome – Opern Carrée, Berlin

Restaurierung und Konservierung von Wandvertäfelungen und Holztüren

Bearbeitungszeitraum: 2006

Auftraggeber: Restaurierungswerkstätten Berlin

Allgemein

Ädikulae als Elemente der Raumgestaltung, lassen sich in den klassischen und allen sich an diesen orientierenden, späteren kunstgeschichtlichen Epochen finden. Die vier restaurierten Holztafeln sind vermutlich um 1900 als Wandvertäfelung entstanden. Sie wurden in einem grünen Fond gefasst und mit floralen Dekorationen aus Schlagmetall und braunen Lasuren gestaltet. Bei einer Renovierung sind die Tafeln vollflächig mit weißer Ölfarbe überstrichen worden.

Aedikulae – Zustand vor der Restaurierung

Der vorgefundene, ausgesprochen schlechte Zustand der ursprünglichen Gestaltung war insbesondere auf die nicht fachgerechte Entfernung der weißen Überfassung zurückzuführen. Die unsachgemäße Verwendung eines Heißluftföns verursachte Brandblasen, die Benutzung eines scharfen Gegenstandes tiefe Einschnitte bis in den Malgrund und den Bildträger

Aedikulae – Restaurierungsmaßnahmen

Nach der behutsamen mechanischen Entfernung verbliebener Ölfarbe (Abb. 2 – KLICK auf die Bilder vergrößert diese) erfolgte das Wiederanlegen und Festigen der geschädigten Malschichtpartien (Abb. 3). Anschließend wurden bei einer chemischen Reinigung der Oberfläche vergilbte und opake Firnisschichten abgenommen (Abb. 4). Die Fehlstellenbehandlung gliederte sich in das Füllen von Löchern mit einer Spachtelmasse aus Kreide und Knochenleim, sowie die sich daran anschließende Totalretusche dieser Bereiche. Zum Schluss erfolgte eine Endbehandlung mit Schellackfirniss.

Den Vorgaben der Denkmalschutzbehörde entsprechend wurden die Rahmen der Aedikulae weiß gefasst.

Holztüren – Zustand vor der Restaurierung

Bei ebenfalls nicht fachgerechter Behandlung wurden die Ölanstriche der Türen vollständig mit einem Heißluftfön abgebrannt, um sie anschließend mit einer transparenten Holzlasur zu versehen. Auf diese Weise wurden wahrscheinlich vorhandene, historische Holzimmitationsmalereien gleich mit entfernt. Das somit sichtbare, minderwertige Holzmaterial mit mehreren Reparaturenstellen konnte dem ästhetischen Anspruch des Raumes in keiner Weise gerecht werden.

Holztüren – Restaurierungsmaßnahmen

Nach einer umfangreichen Untergrundvorbehandlung, bestehend aus Fehlstellenfüllung, Grundierung und Schliff erfolgte ein dreischichtiger, polychromer, lasierender Farbauftrag. Nach der abschließenden Behandlung mit Klarlack fügen sich die Türen in den ganzheilichen Raumeindruck. Dieser wird geprägt durch holzsichtige Vertäfelungen und hochwertige Malerei und Schlagmetallgestaltung.

In der Realität sind die Türen nicht so speckig wie sie blitzlichtbedingt auf den Abbildungen wirken.

(Letzte Aktualisierung: Dez. 2008)